Behavioral Finance: Der Mensch investiert irrationaler, als er glaubt

Veröffentlicht am 27. Aug. 2018 | Lesedauer ca. 3 min

Rational, überlegt und stets vollständig informiert: So lautet ein immer noch gängiges Bild des Menschen, wenn er Geld anlegt und investiert, auch „homo oeconomicus“ genannt. Die Forschungsrichtung Behavioral Finance hat den Mythos des homo oeconomicus schon seit Längerem entzaubert. In der Realität handeln wir wesentlich irrationaler und dies meist völlig unbewusst – was oft zulasten der Rendite geht. Umso wichtiger ist es für Anleger, mit den wesentlichen Ergebnissen der Behavioral-Finance-Forschung vertraut zu sein.

Die Revolution der Behavioral Finance

Stets sachlich-nüchtern agierend, auf maximalen Eigennutz fokussiert und ausgestattet mit sämtlichen Informationen über die Mechanismen von Märkten und die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen: So stellten sich Wirtschaftswissenschaftler und Politiker lange Zeit den Privatanleger vor. Und nicht wenige Anleger sind bis heute davon überzeugt, selber diesem Ideal zu entsprechen.

Doch seit den 70-er Jahren räumen die Forscher der Fachrichtung „Behavioral Finance“ mit dieser Vorstellung gründlich auf. Denn in der Wirklichkeit werden Anlageentscheidungen systematisch von Gefühlen, Intuition und Fehlwahrnehmungen geprägt. Und die Forscher – allen voran der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman (Verleihung 2001) und der im letzten Jahr ausgezeichnete Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler – konnten das in Experimenten zeigen.

Beispiel gefällig?

Beim „Glücksrad-Test“ zogen Testpersonen zuerst eine zufällige „Glückszahl“. Im Anschluss wurden sie gefragt, wie viele afrikanische Staaten Mitglied der UNO seien. Ergebnis: Wer eine hohe Glückszahl gezogen hatte, tippte auch auf mehr Staaten – obwohl das eine mit dem anderen nicht im Geringsten etwas zu tun hat. Ein typisches Beispiel, wie sich der Mensch bei Entscheidungen oft von vermeintlichen Fingerzeigen oder Einflüssen aus einem völlig anderen Kontext leiten lässt. Diesen Effekt kennen Anlageberater nur zu gut aus vielen Gesprächen: Ein Anleger will entscheiden ob er sich von einem Wertpapier trennen oder weiter investiert bleiben soll. Diese Entscheidung hängt stark davon ab, ob mit diesem Investment bisher Gewinne oder Verluste gemacht wurden. Wer noch im Minus ist, behält das Papier, um „keine Verluste zu realisieren“. Doch das ist irrational, die Entscheidung sollte ausschließlich von den Zukunftsaussichten abhängen.

Zuhause ist es am schönsten?

Eine weitere weltweit beobachtbare Fehleinschätzung ist die starke Bevorzugung des Heimatlandes als Investitionsstandort, man spricht hier auch von „Home Bias“. Selbst bei Aktienanlagen – die sehr einfach international diversifiziert werden können – investieren Privatanleger oft mehr als zwei Drittel in Aktien aus dem Heimatland. Doch langfristig erweist sich das oft als Fehler. Denn auf Jahrzehnte betrachtet ist die Rendite verschiedener Länder sehr unterschiedlich. Wenn im Heimatland durch Krisen die Immobilienpreise sinken, die Arbeitsplätze wackeln und die Löhne nicht wachsen – dann ist man im Portfolio hoffentlich gut diversifiziert. Doch Menschen neigen dazu, Dinge, die ihnen nah und vertraut sind, als grundsätzlich „sicherer“ zu empfinden – egal aus welchem Land sie kommen.

Emotionalen Fehlentscheidungen vorbeugen

Dies sind nur zwei von zahlreichen Effekten, die die Forschung herausgearbeitet hat. Das Bankhaus August Lenz legt großen Wert darauf, dass Family Banker® und Family Bankerinnen  solche Effekte erkennen und ihren Kunden in der täglichen Kundenberatung helfen, diese zu überwinden. Darüber hinaus wurden mit der „Intelligent Investment Strategy“ (IIS) Erkenntnisse des Behavioral-Finance-Ansatzes bis auf die Produktebene umgesetzt. IIS kann dabei helfen, emotionalen Fehlentscheidungen vorzubeugen. Erfahren Sie hier mehr zu den Chancen und Risiken der Intelligent Investment Strategy.

 

 



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