Volatilität und Risiko: Das sind die wesentlichen Unterschiede

Veröffentlicht am 24. Sep. 2018 | Lesedauer ca. 4 min

Risiko und Volatilität: Zwei Begriffe, die wesentliche Eigenschaften einer Kapitalanlage oder Investitionsmöglichkeit beschreiben. Immer wieder werden sie jedoch verwechselt oder gleichgesetzt – was unnötig Renditechancen kosten kann.

Klare Unterscheidung notwendig

In Wahrheit besteht zwischen beiden Begriffen ein großer Unterschied. Volatilität beschreibt dabei die so genannte Schwankungsbreite von Preisen, Kursen, Zinssätzen, Devisen, Rohstoffen oder auch kompletten Märkten – also wie häufig und wie intensiv sie sich verändern. Je volatiler zum Beispiel ein Wertpapier oder eine bestimmte Währung ist, umso höher und dynamischer können die Kursausschläge nach oben oder nach unten ausfallen.

Ein typisches Beispiel für höhere Volatilität können zum Beispiel Technologieaktien sein. Wenn ein Unternehmen Innovationen auf den Markt bringt, kann dies von den Investoren positiv für dessen Zukunft bewertet werden und der Aktienkurs geht steil nach oben. In anderen Fällen reagieren Kunden eher verhalten, wodurch sich zahlreiche Anleger wieder zurückziehen und der Kurs in Folge sinken kann.

Volatilität als Chance

Volatilität bietet grundsätzlich Chancen, denn durch sie kann der Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effekt) nutzbar gemacht werden. Durch regelmäßige Einzahlungen besteht bei entsprechendem Kursverlauf die Chance, einen durchschnittlichen Kaufpreis pro Anteil zu erzielen, der unterhalb des Kursdurchschnitts liegt.

Hierbei darf jedoch nicht vergessen werden, dass der klassische Investor nicht wie ein professioneller Anleger agiert. Ihn treffen alle Behavioral-Finance-Probleme direkt. Dies bedeutet, dass er sich mit Ankereffekten auseinandersetzen muss, z. B. dem Einstiegspreis in sein Investment, oder auch mit Verlustängsten bei fallenden Kurse beziehungsweise ungerechtfertigter Euphorie in einer Hausse.

Historische und implizite Volatilität

Doch wie findet man heraus, wie volatil eine bestimmte Anlageform ist? Eine Möglichkeit ist der Blick auf die so genannte historische Volatilität. Sie wird aus vergangenen Schwankungen über einen bestimmten Zeitraum hinweg ermittelt. Häufig wird auch die so genannte implizite Volatilität zu Rate gezogen. Statt aus Daten aus der Vergangenheit wird sie aus den Marktpreisen von Optionen errechnet. Beide geben zumindest einen gewissen Anhalt, wie volatil sich zum Beispiel ein Wertpapier oder ein Index in Zukunft eventuell verhalten könnte.

Das Verhältnis von Risiko und Rendite

Eine ganz andere Eigenschaft beschreibt hingegen der Begriff Risiko: Er definiert in diesem Kontext, wie groß die generelle Gefahr ist, das eingesetzte Kapital zum Teil oder sogar ganz zu verlieren. Risiko und Rendite gehen in der Regel Hand in Hand: Je größer einerseits ein mögliches Plus ausfallen kann, umso höher ist auf der anderen Seite meist das Risiko. Beim Anlegen und Investieren geht es deshalb vor allem darum, Risiken möglichst zu minimieren und gleichzeitig eine angemessene Rendite zu erzielen.

Konzentrationsrisiko: Alles auf eine Karte

Eines der häufigsten Risiken liegt dabei bei vielen Anlegern selbst: Das so genannte Konzentrationsrisiko oder Klumpenrisiko. Typische Fälle sind Anleger, die ihr gesamtes Kapital in nur wenigen Titeln aus der gleichen Region oder dem gleichen Sektor anlegen. Grund hierfür ist der von Daniel Kahneman beschriebene so genannte Home Bias – die Tendenz von Anlegern, ihr Geld eher in Aktien sowie Anleihen von Unternehmen ihrer Heimat zu investieren.

Kommt genau dieses Segment in Schwierigkeiten, während man seine Anteile gerade verkaufen muss, kann dies herbe Verluste bedeuten. Gelöst wird das Problem durch Diversifikation: ein sinnvolles Streuen des eingesetzten Kapitals auf unterschiedliche Anlageformen, die sich möglichst gegenläufig verhalten und damit negative Entwicklungen ausgleichen.

5D-Strategie

Das Bankhaus August Lenz setzt als Teil der Mediolanum Banking Group auf breite Vielfalt, damit Anleger an der positiven Entwicklung der Weltwirtschaft teilhaben:

  • zeitliche Diversifikation
  • Diversifikation nach Anlageart
  • geografische Diversifikation
  • Diversifikation nach Wachstumspotenzial
  • Diversifikation nach Anlageinstrumenten

Kennzeichen der 5D-Strategie

  • breite Streuung gewährleistet sichere Teilhabe am allgemeinen Trend der Weltwirtschaft
  • kurzfristig fallende Kurse bedeuten in der Einkaufsphase mehr Fondsanteile zum gleichen Betrag
  • Reinvestition von Renditen und Profitieren vom Zinseszinseffekt
  • Diversifikationen verringern das Risiko

Marktturbulenzen und Inflation

Eine weitere Spielart bildet das systemische Risiko beziehungsweise das Marktrisiko. Damit ist das Risiko gemeint, dass bestimmte Ereignisse im Finanzsektor zu Kettenreaktionen führen, die zum Beispiel allgemein die Kurse fallen lassen oder – wie in der jüngsten Vergangenheit – einen starken Rückgang der Zinsen bedingen. Ein weiteres Risiko, das beim Anlegen und Investieren unbedingt mit eingerechnet werden sollte, ist jenes der Inflation. Es steht für die Kaufkraftentwertung, die Geld erfährt. Bei einer Inflation von 2 Prozent führt diese zum Beispiel dazu, dass Anleger mit einer Vermögensanlage, die nach einem Jahr 1,5 Prozent Rendite erzielt, am Ende  mit weniger Kaufkraft dastehen. Zu den weiteren Risiken gehören das Kredit– sowie das Liquiditätsrisiko, etwa wenn Unternehmen oder gar Staaten große Kredite nicht mehr bedienen können oder nicht über genügend Kapital verfügen, um ihre Verbindlichkeiten auszugleichen. Beides wirkt sich in der Regel entsprechend aus, etwa auf Wertpapiere oder Staatsanleihen.

Fazit: Anleger sollten klar zwischen Volatilität und Risiko unterscheiden und die Chancen, die sich durch Volatilität bieten können, ergreifen. Die Family Banker® des Bankhaus August Lenz bieten ihren Kunden nicht nur persönlichste Beratung, sondern stehen ihnen als Coaches zur Seite, um sie gegen emotionalen Fehlentscheidungen zu wappnen.

Lesen Sie dazu auch: Behavioral Finance: Der Mensch investiert irrationaler, als er glaubt.

 

 



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