Leben in Zeiten exponentieller Technologien: Wenn Veränderung zum Normalzustand wird.

Veröffentlicht am 12. Feb. 2019 | Lesedauer ca. 3 min

Bankhaus August Lenz im Gespräch: mit Jochen Werne, Direktor Bankhaus August Lenz, Mitglied der BMBF Plattform für Künstliche Intelligenz „Lernende Systeme“ & des Royal Institute of International Affairs Chatham House

Häufig werden die Entwicklungen unserer digitalisierten Welt mit den tief greifenden Veränderungen der 30er- und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verglichen. Halten Sie diese Vergleiche für zutreffend?

Fast täglich lesen wir in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) oder in der ZEIT Vergleiche zwischen der heutigen Zeit und dem 20. Jahrhundert. Niall Ferguson, ein britischer Historiker und Havard-Professor, sagte: „Das geht nicht weit genug.“ Die heutige Zeit ist einzig vergleichbar mit dem 15. Jahrhundert und der Erfindung des Buchdrucks, als plötzlich Wissen an viel mehr Menschen in viel kürzerer Zeit weitergegeben wurde.

Welche gesellschaftlichen Herausforderungen bringt die Fülle an Informationen mit sich?

Im Vergleich zu den Zeiten der Erfindung des Buchdrucks finden die Veränderungen heute wesentlich schneller statt. Über das Internet und Social Media verbreitet sich Wissen viel schneller. Seit Beginn der 90-er Jahre haben wir eine Art Demokratisierung des Wissens. Wobei wir natürlich die Frage stellen müssen, welches Wissen das richtige Wissen ist und was eventuell so etwas wie Fake News. Aus diesem Grund gab es auch Initiativen wie die Charta der digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die dafür sorgt, dass die Bürger sich engagieren und sagen: „Okay, wir haben diese neuen Technologien, aber wir wollen sie bitte auch auf eine Art und Weise einsetzen, dass unsere Privatsphäre besser geschützt ist.“ Das ist ein Zeichen einer modernen Demokratie und eines modernen Verständnisses von Technologie und dem Umgang mit dieser.

Kann man den Bereich des exponentiellen Wachstums auf menschliches Denken und Handeln übertragen?

Wenn wir bei uns Menschen beginnen, fällt es uns unglaublich schwer, exponentiell zu denken. Ehrlich gesagt, können wir es überhaupt nicht. Unser Gehirn ist dazu ausgelegt, linear zu denken. Jedoch sehen wir, dass die technologischen Entwicklungen exponentiell sind. Und diese schnellen Entwicklungen, die wir hier sehen, wirken sich natürlich mit ihren neuen Möglichkeiten auf alle Geschäftsmodelle aus. Das bedeutet für Firmenlenker, dass sie ihre Geschäftsmodelle vollkommen umstellen müssen, weil wir Menschen andere Sachen nachfragen. Wir fragen das nach, was en vogue ist, die aktuellste Technologie. Darauf müssen sich die Unternehmen einstellen. 10-, 20-, 30-Jahres-Pläne wird es in der Form nicht mehr geben können.

Wandel kann auf verschiedene Arten erlebt werden. Welche Rolle spielen Emotionen im Umgang mit Veränderung?

Eine Reaktion von uns Menschen auf Veränderung ist oftmals Angst. Wir wollen uns das nicht eingestehen, doch ist es etwas, wo wir sagen „hier passiert etwas, es verändert sich, es bleibt nicht gleich. Was ist jetzt mit mir?“ Wenn wir über die modernen Technologien sprechen, wenn wir über Artificial Intelligence (AI), also Künstliche Intelligenz (KI), sprechen, dann schwingt oftmals das Gefühl mit „Verliere ich meinen Arbeitsplatz?“

Technologien und im Speziellen exponentielle Technologien bergen unheimlich große Chancen. Mit diesen Chancen kommen die Möglichkeiten, beispielsweise eines Welternährungsprogamms. Technologien, die der ganzen Welt helfen, einen höheren Wohlstand zu erzielen und nicht die Welt zurückzufahren [im Sinne von „Lauf der Welt zurückdrehen“, Anm. d. Red.]. Und das ist etwas, was wir unbedingt immer im Hinterkopf behalten müssen. Leider reagieren wir oft mit Angst und dann auch negativ auf diese Veränderungen. Es ist wichtig, dass wir eine gute Steuerung der Veränderungen haben, aber auch, dass wir die Veränderung nicht im Keim ersticken.

Welche Rolle kommt persönlicher Beratung im Kontext der von Ihnen beschriebenen Veränderungen zu?

In der Zeit, in der wir leben, in der Zeit exponentieller Technologien, ist eines ganz wichtig: Wir bekommen einen großen Information Overload. Das bedeutet, dass wir so viele Informationen bekommen, wie sie früher nur Universitäten zur Verfügung standen. Das bringt uns in Schwierigkeiten in verschiedensten Bereichen. Wenn wir jetzt auf die Anlage und auf unsere Investments schauen, reagieren wir genauso mit emotionalen Entscheidungen, wie wir das auch zu Hause machen, wenn wir etwas Schönes oder etwas Negatives erleben. Und das ist oftmals ein Problem. Das heißt, auch hier brauchen wir jemanden, der uns hilft, Entscheidungen richtig zu steuern und Veränderungen richtig einzuschätzen. Wir haben uns entschieden, den Family Banker® in den Mittelpunkt zu stellen, um eine vertrauensvolle Mensch-zu-Mensch-Beziehung herzustellen. Und dann funktioniert es auch mit der Veränderung. Und wir können auch neue Situationen richtig einschätzen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.



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