Aktien als Inflationsschutz?

Veröffentlicht am 16. Mar. 2019

Eine Mass Bier auf dem Münchner Oktoberfest: Kaum ein Produkt in Deutschland veranschaulicht so gut, was Preissteigerung und Inflation bedeuten – nämlich eine schleichende Geldentwertung, wie der nachfolgende Beitrag zeigt. Oftmals wird Finanzfachleuten die Frage gestellt, ob sich mit Aktien hier gegengesteuert werden kann und somit das eigene Vermögen seine Kaufkraft zumindest bewahrt?

Die Zahlen sprechen für sich. 2002, als erstmals in Euro statt D-Mark bezahlt wurde, kostete der Liter Oktoberfestbier im günstigsten Wiesnzelt 6,30 Euro. Im vergangenen Jahr kassierte die Bedienung am gleichen Ort dafür 10,70 Euro. Steigerung: knapp 70 Prozent. Auch wenn die durchschnittliche inflationsbedingte Preissteigerung in Deutschland zwischen 1979-2017 nur 2,2 % p.a. betrug, ist der Massbiervergleich für illustrative Zwecke durchaus geeignet. Für viele Produkte und Dienstleistungen mit hoher Nachfrage ist eine oben genannte Entwicklung durchaus als normal anzusehen. Relevant wird der Vergleich mit der Preissteigerung insbesondere dann, wenn man darauf schaut, wie sich die finanziellen Möglichkeiten der Deutschen entwickelt haben, etwa die Löhne und Gehälter oder die Zinsen.

Wiesnkaufkraftverlust für Sparer von 30 Prozent in 16 Jahren

Im Zeitraum 2002 bis heute wuchs zum Beispiel ein Guthaben auf dem Sparbuch im Schnitt um etwa 0,6 Prozent pro Jahr. Hätte ein Oktoberfestbesucher, rein fiktiv, im Jahr 2002 den damaligen Preis für eine Mass auf sein Sparbuch gelegt und 2018 inklusive Zinsen wieder abgehoben, hätte ihm die Bank gerade einmal 7,48 Euro ausbezahlt – umgerechnet nurmehr knapp 0,7 Liter Wiesnbier. Im Vergleich zum Masspreis wäre das Vermögen um rund 30 Prozent geschrumpft. Trotz Zinsen.

Mindestens Erhalt der Kaufkraft anvisieren

Dieses Beispiel soll deutlich machen, warum es wichtig ist, sein Geld sinnvoll anzulegen, um real eine Verzinsung oder Rendite zu erzielen. Es ist wichtig darauf zu achten, dass die Anlage eine bestimmte Mindestrendite erzielt, damit wenigstens der Wert der Geldes, sprich die damit verbundene Kaufkraft, erhalten bleibt. Doch wie gelingt ein solcher Inflationsschutz?

Sachwerte könnten Schutz bieten

Hier sind vor allem Sachwerte interessant, also das Investieren in reale Dinge wie Immobilien oder Unternehmen. Der Grund: Im Gegensatz etwa zum Zinssatz, der gerade in den letzten Jahren von der Europäischen Zentralbank auf einem historisch niedrigen Niveau gehalten wurde, folgen beispielsweise Immobilienpreise oder Aktienkurse auf lange Sicht weit realistischer der realen Preisentwicklung. Damit ist die Chance größer, dass ihre Wertsteigerung im Idealfall zumindest die allgemeine Teuerung übertreffen kann. Vor allem Aktien oder besser noch diversifizierte Aktienfonds lohnen in diesem Zusammenhang einer genaueren Betrachtung: Einerseits sind sie bei langfristiger Betrachtung eine klassische Sachwert-Investition – eine Aktie bedeutet, das Eigentum an einem bestimmten Anteil an einem Unternehmen zu erwerben, samt all seinen Werten von Maschinenpark bis Markenbekanntheit. Gleichzeitig sind Aktien und Aktienfonds vergleichsweise flexibel. Sie können sowohl einzeln und direkt ge- und verkauft werden oder man erwirbt Anteile an großen Portfolios, die nach unterschiedlichen Strategien zusammengestellt sind. Gerade in letzterem Fall sind Investitionen bereits mit kleinen Summen möglich. Damit sind selbst geringe Sparmöglichkeiten oder Anlagesummen kein Hindernis. Selbst das regelmäßige Sparen durch einen Sparplan ist möglich.

Es kommt auf die Höhe an

Doch schützen Aktien nun vor Inflation – sprich, können sie ein Garant sein, dass das investierte Kapital mit der allgemeinen Preissteigerung wenigstens Schritt hält, ob durch Kurssteigerungen oder Dividendenausschüttungen? Antwort: Unter normalen Umständen ja. Das haben zumindest mehrere Studien ergeben. Nach ihnen eignen sich Aktien als Inflationsschutz, solange die Inflation ein Niveau von etwa fünf Prozent – 2018 lag sie in Deutschland bei 1,9 Prozent – nicht übersteigt, wobei auch die Branche eine gewisse Rolle spielt. Dahinter steckt die Annahme, dass Unternehmen bei moderat steigenden Preisen auch mehr Gewinn machen. Dadurch kann ihr Aktienkurs steigen oder es können höhere Dividenden an die Anteilseigner ausgeschüttet werden. Ist die Inflation hingegen deutlich erhöht, sodass die allgemeinen Preise im Vergleich zur Lohn- und Gehaltsentwicklung massiv steigen, schrumpft die Kaufkraft der Konsumenten. Sie können sich weniger leisten, wodurch Unternehmen weniger verkaufen und an Wert verlieren. Hinzu kommt für den emotional agierenden Anleger das Behavioral-Finance-Risiko, d. h. dass er sich dazu verleiten lässt, in Baisse-Phasen am Markt zu verkaufen anstatt die Möglichkeit zu nutzen, relativ preisgünstig zu kaufen. Ein Anlageberater kann dieses Risiko für Anleger reduzieren und auch in eine Chance verwandeln.

Aktuelle Minizinsen: Vorteil für aktienorientierte Anlagen

Ebenfalls eine Rolle spielt das eingangs genannte Zinsniveau. Anfang der 1970-er Jahre war die Inflation in Deutschland nach der ersten Ölkrise auf rund sieben Prozent gestiegen. Gleichzeitig zahlten Banken und Sparkassen aber auch Guthabenzinsen auf ähnlichem Niveau. Nur wenige Aktien schlugen sich besser in den genannten Jahren. Andere entwickelten sich im Vergleich sogar weit schlechter. Heute liegen die Dinge etwas anders: Experten erwarten, dass die aktuelle Situation – normale Inflation von rund zwei Prozent, minimale Zinsen –weiter andauern wird. Was, zumindest aus dieser Warte dafür spricht, sich unbedingt mit Alternativen zum klassischen Festzinssparen zu beschäftigen und hierfür einen Experten zu konsultieren.

Bitte beachten Sie: Dieser Beitrag dient Werbezwecken und gibt lediglich einen zusammenfassenden Überblick über einige Merkmale.  Die darin enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar und können eine individuelle Beratung nicht ersetzen.



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