PSD2: Die neue EU-Richtlinie und was sich für Sie ändert

Veröffentlicht am 14. Jun. 2019

Entgegen aller Erwartung handelt es sich bei der PSD2 nicht um eine neue Spielekonsole, sondern um eine Zahlungsdiensterichtlinie der EU. Die sogenannte „Payment Services Directive 2“ wird zum 14. September 2019 eingeführt, um Innovationen und den Wettbewerb zu fördern sowie den Verbraucherschutz zu erhöhen – so die EU. Doch was genau bedeutet das für Sie als Bankkunden?

 

Schätzungen und Erhebungen zeigen, dass in der EU alleine durch Betrug bei der Zahlung mit Kreditkarte jährlich ein Schaden von ca. 1,3 Milliarden Euro entsteht. Diesen Betrug soll die neue Richtlinie PSD2 eindämmen, indem sie die Strong Customer Authentication (SCA) verpflichtend macht.

Bei der SCA wird ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor für die Onlinezahlung eingeführt. Das bedeutet, dass sich jeder, der online bezahlt, doppelt authentifizieren muss. Betrug wird damit deutlich erschwert.

Käufer brauchen für Onlinezahlungen nun zwei dieser drei Faktoren:

  • Wissen: PIN, Passwort
  • Besitz: registriertes Smartphone oder Tablet, Karte (mit Nummer)
  • Etwas Persönliches: Fingerabdruck, Gesichtsmerkmale, Iris-Scan

Rechtliche Neuerungen bei Drittanbietern

Des Weiteren können Kunden auf ihren persönlichen Wunsch künftig Drittanbietern Zugriff auf ihre Kontodaten gewähren. Das soll laut der EU den Wettbewerb zwischen Banken, Zahlungsdienstleistern (Zahlungsauslösediensten oder Anbieter von Zahlungskarten) und Kontoinformationsdiensten fördern und innovativen Angeboten rund ums Zahlungskonto den Weg bereiten.

Der Vorteil für Sie als Bankkunde: Sie können dem Drittanbieter Ihre Zugangsdaten geben, damit er in Ihrem Namen eine Überweisung tätigt. Da es sich hierbei um die Weitergabe sensibler Daten handelt, hat die EU mit der PSD2 einen rechtlichen Rahmen geschaffen. Drittanbieter unterliegen dann – genau wie Banken – der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Änderungen beim Bankhaus August Lenz

Auch beim Bankhaus August Lenz gibt es im Zuge der PSD2-Richtlinie einige Änderungen: Zum einen wurde die iTAN von der BaFin als unsicheres Verfahren für das Online Banking eingestuft, da sie nicht der Zwei-Faktor-Authentifizierung entspricht. Dementsprechend ist mit Inkrafttreten der Richtlinie zum 14. September 2019 die Nutzung der iTAN auch für das Online Banking beim Bankhaus August Lenz nicht mehr möglich. Sie können die iTAN dann nur noch für das Telefonbanking nutzen.

Zum anderen führt das Bankhaus nun ein noch sichereres und einfacheres Authentifizierungsverfahren für Ihr Online Banking ein: die BAL-TAN. Für dieses App-basierte Verfahren müssen Sie sich die BAL-TAN-App aus dem jeweiligen App-Store auf Ihr Tablet oder Smartphone laden. Für alle, die ein Handy, aber kein Smartphone oder Tablet besitzen, ist die mTAN die sichere Alternative.

Hier noch einmal die Vorteile der beiden sicheren Verfahren auf einen Blick:

 

BAL-TAN mTAN
Anforderung: Smartphone oder Tablet Mobiltelefon
TAN per: Push-Nachricht in App SMS
Sicherheit: Sehr sicher: TAN nur für wenige Minuten gültig und nur für eine einzige, spezifische Transaktion nutzbar Sehr sicher: TAN nur für wenige Minuten gültig und nur für eine einzige, spezifische Transaktion nutzbar
Achtung: Auch bei Transaktionen über die Bankhaus-August-Lenz-App nutzbar Nicht nutzbar bei Transaktionen über die Bankhaus-August-Lenz-App

 

Mit beiden Verfahren können Sie auch beim Telefonbanking Ihre Transaktionen freigeben.

Ausnahmen der PSD2

Die neue Regelung gilt allerdings nur für Zahlungsprozesse, die online abgewickelt werden und für die es bislang noch keine hohen Sicherheitsstandards gab. Nicht darunter fallen daher zum Beispiel

  • Lastschrift
  • Rechnung
  • Vorkasse

Weitere Vorteile der PSD2

Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Neuerungen, die für Sie als Bankkunde von Vorteil sind: Bislang haften Kunden für Schäden, die durch Missbrauch ihrer Bank- oder Kreditkarte oder der Online-Banking-PIN oder -TAN entstanden sind, bis zu einem Betrag von 150 Euro – solange sie die Bank- oder Kreditkarte bzw. ihr Online-Konto nicht gesperrt haben. Diese Haftungsgrenze sinkt jetzt auf 50 Euro. Lediglich bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz haften Sie als Kunde auch weiterhin unbeschränkt.

Auch Reisende dürfen sich freuen: Bei Buchungen von Hotels oder Mietwagen konnten die Unternehmen zur Sicherheit bislang automatisch einen bestimmten Betrag auf der Kreditkarte des Kunden blockieren. Mit Inkrafttreten der PSD2 muss der Kunde zuerst zustimmen, bevor die Bank berechtigt ist, diesen Betrag auf dem Konto vorübergehend zu sperren.

Fazit

Sie sehen also: Online Banking wird mit der neuen PSD2-Richtlinie der EU noch sicherer. Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich jederzeit an Ihren Family Banker® oder Ihre Family Bankerin wenden. Zudem steht Ihnen unser Banking Center von montags bis freitags von 8:00 bis 17:00 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800. 70 170 70 oder unter info@banklenz.de zur Verfügung.

 



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