Die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden

Veröffentlicht am 9. Dez. 2019 | Lesedauer ca. 2 min

Der deutsche Staat honoriert, wenn Sie der Gesellschaft etwas zurückgeben. Im Folgenden finden Sie ein paar Informationen über die steuerliche Absetzbarkeit Ihrer Spenden.

Sie können Spenden und Mitgliedsbeiträge an kirchliche, religiöse oder wissenschaftliche Organisationen sowie steuerbegünstigte und gemeinnützige Vereine, die sich der Kunst und Kultur widmen, bis zu einer Höhe von 20 Prozent Ihrer gesamten Einkünfte in der Steuererklärung geltend machen (§ 10b EStG). Wenn Ihre Spenden die 20 Prozent überschreiten, können Sie die darüber liegende Summe später absetzen. Diesen sogenannten Spendenvortrag berücksichtigt das Finanzamt automatisch in den folgenden Jahren.

Generell gilt Ihr Spendenbetrag als Sonderausgabe und mindert Ihr zu versteuerndes Einkommen, sobald Ihre gesamten Sonderausgaben den Pauschalbetrag übersteigen. Dieser beträgt für Alleinstehende 36 Euro, für zusammen veranlagte Ehegatten und eingetragene Lebenspartner 72 Euro im Jahr.

Spenden bis 200 Euro

Bei Spenden und Mitgliedsbeiträgen bis zu 200 Euro je Zahlung ist ein vereinfachter Nachweis möglich (§ 50 Abs. 2 Einkommensteuer Durchführungsverordnung):

  • Der Einzahlungsbeleg muss als Ausdruck vorliegen und Name, Kontonummer, Buchungstag, die tatsächliche Durchführung der Zahlung sowie den Betrag der Spende enthalten.
  • Auf dem Beleg muss der steuerbegünstigte Zweck der Spende vermerkt sein.
  • Es muss erkennbar sein, ob es sich um eine Spende oder einen Mitgliedsbeitrag handelt.
  • Für die Vorlage beim Finanzamt sollte aus dem Beleg außerdem hervorgehen, dass der Spendenempfänger von der Körperschaftsteuer befreit ist.
  • Spenden mittels Lastschriftverfahren: Die Buchungsbestätigung muss den Spendenzweck und die Steuerbegünstigung des Vereins beinhalten.
  • Spenden über Paypal: Es genügen ein Kontoauszug und ein Ausdruck, der die Transaktion belegt.

Spenden über 200 Euro

Für Spenden über 200 Euro benötigen Sie grundsätzlich immer eine Spendenbescheinigung des Empfängers. Ausnahme: Bei Katastrophen akzeptierten die Finanzämter bisher bei einer Einzahlung auf ein entsprechendes Sonderkonto innerhalb eines festen Zeitraums den vereinfachten Nachweis auch bei höheren Spendensummen.

Sachspende, Ehrenamt und Stiftungsvermögen

Auch Ihre ehrenamtliche Tätigkeit, eine Zustiftung oder Sachspenden sind für Sie steuerlich absetzbar:

  • Sachspenden: Der Wert der Sachspende muss auf der Zuwendungsbestätigung eingetragen sein.
  • Ehrenamt: Sie brauchen eine schriftliche Vereinbarung, aus der hervorgeht, dass Sie Anspruch auf einen Aufwendungsersatz haben, beispielsweise für die Fahrtkosten, oder einen Vergütungsanspruch wie die Übungsleiterpauschale, und förmlich darauf verzichten. Auch in der Vereinssatzung muss der Anspruch enthalten sein.
  • Stiftung: Machen Sie eine Zustiftung, also eine Spende in das zu erhaltende Vermögen einer Stiftung, sind unabhängig vom Einkommen bis zu 1 Million Euro (das Doppelte bei zusammen veranlagten Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern) begünstigt. Die Spende können Sie entweder im selben Jahr oder in den neun folgenden Jahren steuerlich geltend machen.

Fazit

Der Staat möchte einen Anreiz schaffen, dass sich seine Bürger gesellschaftlich mit ihrem Privatvermögen engagieren. Sie haben im Gegenzug die Möglichkeit, Ihre Spenden steuerlich geltend zu machen. Je nach der Höhe Ihrer Spende gelten dazu unterschiedliche Regelungen. Bei Fragen zu diesem Thema kontaktieren Sie bitte Ihren Steuerberater.

 

Viel Freude beim Spenden wünscht Ihnen Ihr Bankhaus August Lenz.

 

Haftungsausschluss

Die vorstehenden Ausführungen dienen lediglich der allgemeinen Information und sind nicht als Steuer-, Rechts- oder sonstige Fachberatung zu sehen. Sie wurden mit großer Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Dennoch kann und wird für deren Richtigkeit und Vollständigkeit keine Haftung übernommen. Die Ausführungen basieren auf dem Gesetzesstand vom 31. Oktober 2019 und könnten aufgrund gesetzlicher Änderungen mittlerweile überholt sein. Im Zweifel empfehlen wir, einen Steuerberater zu konsultieren. Die Bank ist zur steuerlichen Beratung nicht berechtigt.



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